Grundsicherung und Hartz IV

Regelsatz steigt um fünf Euro

Zum 1. Januar 2016 gelten bei der Grundsicherung im Alter, bei der Sozialhilfe und beim Arbeitslosengeld II (Sozialgesetzbuch II) höhere Leistungssätze. Die Regelbedarfsstufen erhöhen sich um 1,24 Prozent. Ein alleinstehender Erwachsener erhält im nächsten Jahr monatlich 404 Euro Grundsicherung (Hartz IV oder Sozialhilfe) zum Leben. Bisher sind es 399 Euro. Die Regelsätze für im Haushalt lebende Partner und Kinder steigen anteilig. Für alleinstehende Asylbewerber gibt es nur 364 Euro.

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5-Euro-Schein
22.12.2015

Regelbedarfsstufen im Jahr 2016 :

Alleinstehend / Alleinerziehend:404,- €
(Ehe-)Paare insgesamt:728,- €
Erwachsene im Haushalt anderer:324,- €
Jugendliche von 14 bis unter 18 Jahren: 306,- €
Kinder von 6 bis unter 14 Jahren:270,- €
Kinder bis 6 Jahre:237,- €

Nach wie vor gilt: Obwohl die Leistung Arbeitslosengeld II (ALG II) heißt, steht sie nicht nur Arbeitslosen, sondern auch Arbeitnehmern mit niedrigem Erwerbseinkommen zu.

Wie dabei gerechnet wird, zeigt folgendes Beispiel:

Ein Alleinstehender verdient monatlich brutto 1.100 Euro. Davon bleiben ihm nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen 855 Euro. Ein Teil der Erwerbseinkünfte gilt bei der Grundsicherung aber nicht als anrechenbar, da es eine Art Freibetrag für Erwerbstätige gibt. Wie hoch dieser ist, hängt von der Höhe des Bruttoeinkommens ab. Bei 1.100 Euro brutto zählen 290 Euro als nicht anrechenbar. Dieser Betrag wird von den Nettoeinkünften abgezogen. Damit werden nur (855 minus 290 =) 565 Euro als Einkommen berücksichtigt.

Diesem Betrag wird der „Bedarf“ des Betroffenen gegenübergestellt. Dieser errechnet sich aus dem Regelsatz (404 Euro) und der Warmmiete (im Beispiel: 360 Euro). Insgesamt ergibt sich damit ein Bedarf in Höhe von 764 Euro. Wenn der Betroffene ALG II beantragt und ansonsten die Anspruchsvoraussetzungen auf diese Leistung erfüllt, erhält er zusätzlich zu seinem Lohn vom Jobcenter monatlich 199 Euro. Damit ist sein „Bedarf“ gedeckt, denn mit Lohn und ALG II kommt er insgesamt auf (565 plus 199 Euro =) 764 Euro. So hoch ist jedenfalls sein rechnerischer Bedarf.

In vielen Fällen sieht die Berechnung für die Betroffenen noch günstiger aus. Denn diejenigen, die einen besonderen zusätzlichen Bedarf nachweisen können, haben Anspruch auf so genannte Mehrbedarfszuschläge. Dies gilt etwa für Schwangere und für Alleinerziehende. Auch die Mehrbedarfszuschläge wurden geringfügig erhöht, da sie an die Regelsätze gekoppelt sind. Darüber hinaus gibt es für Haushalte, die Warmwasser nicht über eine Zentralheizung beziehen, Zuschläge für Warmwasser, die ebenfalls geringfügig angepasst wurden. Dadurch sollten beispielsweise die Stromkosten für einen Durchlauferhitzer abgedeckt werden.

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