Sozialversicherung und Steuer

2016 meist kleines Plus beim Netto

Die Beiträge zu den Sozialversicherungen steigen für Arbeitnehmer 2016 im Schnitt um insgesamt 0,2 Prozentpunkte. Dafür sinkt die Steuerbelastung etwas. Unterm Strich kommt meist ein kleines Plus beim „Netto“ heraus.

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Ordner mit Unterlagen zur sozialversicherung
22.12.2015

Was zahlen Arbeitnehmer 2016 in die Sozialkassen ein?

Arbeitnehmer mit Kind(ern) müssen im neuen Jahr in der Regel insgesamt 20,425 Prozent (Kinderlose: 20,675 Prozent) ihres Bruttogehalts an die Sozialversicherungen zahlen. Im letzten Jahr waren es im Schnitt 0,2 Prozentpunkte weniger. Das macht bei einem Bruttogehalt von 3.000 Euro sechs Euro im Monat aus.

Wie kommen die 0,2 Prozentpunkte zustande?

Allein durch die Kostenentwicklung bei der Krankenversicherung. Der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleibt zwar mit 14,6 Prozent unverändert. Davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte. Doch damit können die Kassen nicht auskommen. Daneben müssen allein die Arbeitnehmer einen Zusatzbeitrag zahlen. Dieser fällt aber – je nach Krankenkasse – unterschiedlich aus. 2016 wird der Zusatzbeitrag – so schätzt das Bundesgesundheitsministerium – im Schnitt von 0,9 auf 1,1 Prozent steigen. Manche Kassen müssen deutlich mehr nehmen, andere kommen mit weniger aus. Eine Übersicht über die Zusatzbeiträge der einzelnen Kassen bietet der GKV-Spitzenverband.

Wichtig: Steigt der Zusatzbeitrag einer Krankenkasse, so gilt ein Sonderkündigungsrecht.

Was ändert sich für Besserverdienende?

Sie müssen künftig etwas mehr in die Sozialkassen einzahlen, weil die Beitragsbemessungsgrenzen in allen Versicherungszweigen steigen. Damit sind jetzt höhere Einkünfte beitragspflichtig. Zur Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen Gutverdiener 2016 Beiträge maximal auf Basis von 4.237,50 (vorher: 4.125) Euro monatlich. Dabei gibt es keinen Unterschied zwischen den alten und den neuen Bundesländern.

Die Beitragsbemessungsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt 2016 um 200 auf 5.400 Euro im Osten und um 150 auf 6.200 Euro im Westen Deutschlands. Das bedeutet: Wer im Westen beispielsweise 6.500 Euro im Monat verdient, muss von den 300 Euro, die die Bemessungsgrenze übersteigen, keine Beiträge in die Renten- und Arbeitslosenkasse abführen. Auch die Leistungen – etwa das Arbeitslosengeld I oder Rente – werden maximal auf Grundlage dieser Höchstgrenzen berechnet.

Ab welchem Einkommen müssen sich Arbeitnehmer 2016 nicht mehr gesetzlich krankenversichern?

Die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung liegt 2016 bei einem Monatseinkommen von 4.687,50 (2015: 4.575) Euro. Wer brutto mehr verdient, ist versicherungsfrei und kann sich zwischen einer freiwilligen gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung (PKV) entscheiden. Umgekehrt gilt: Ein privat Versicherter, der durch die Anhebung der Versicherungspflichtgrenze oder – beispielsweise – nach einer Arbeitszeitverkürzung wieder in die Versicherungspflicht „rutscht“, darf wieder zurück in die gesetzliche Krankenversicherung. Ab 55 funktioniert das jedoch meist nicht mehr und gerade im Alter ist das Risiko hoch, in der PKV horrende Beiträge zahlen zu müssen.

Übrigens: Für diejenigen, die schon Ende 2002 privat versichert waren, ist die Versicherungspflichtgrenze niedriger. Sie liegt 2016 bei 4.237,50 Euro im Monat.

Was vom Brutto als Netto herauskommt, hängt auch von der Steuer ab. Was tut sich da 2016?

Da winken Entlastungen. Denn der Grundfreibetrag steigt um 180 Euro auf 8.652 Euro im Jahr. Arbeitnehmer können zudem noch (mindestens) die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro jährlich, den Sonderausgabenpauschbetrag und Teile der Sozialversicherungsbeiträge absetzen. Deshalb kann ein Alleinstehender 2016 monatlich 985 Euro brutto verdienen, ohne Steuern zahlen zu müssen. 2015 wurden für ihn noch monatlich gut vier Euro Lohnsteuer fällig. Arbeitnehmern mit Kindern kommt 2016 auch die Erhöhung der steuerlichen Kinderfreibeträge zugute.

(Grenz-)Werte in der Sozialversicherung vom 1. Januar 2016 an:

Beitragssätze    Insgesamt / davon Arbeitnehmer
Allgemeine Rentenversicherung18,7 %9,35 %
Knappschaftliche Rentenversicherung24,8 %9,35 %
Arbeitslosenversicherung3,0 %1,5 %
Krankenversicherung, allgemein14,6 %7,3 %
Durchschnittlicher Zusatzbeitrag1,1 %1,1 %
Pflegeversicherung2,35 %1,175 %
Zusatzbeitrag Kinderlose0,25 %0,25 %

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