IG BCE aktuell 01-16

Studie: Fracking und Trinkwasserschutz vereinbar

Trinkwasserschutz und Fracking sind aus geowissenschaftlicher Sicht miteinander vereinbar. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Auch eine erhöhte Erdbebengefahr durch Fracking sehen die Experten nicht.

nikkytok/Fotolia

Trinkwasser
28.01.2016

Laut der Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hätte eine Anwendung der Fracking-Methode in Deutschland keine Auswirkungen auf das Trinkwasser. Fracking-Gegner warnen davor, dass bei der Schiefergasgewinnung Chemikalien ins Trinkwasser gelangen oder Erdbeben ausgelöst werden könnten. Bei beiden Punkten gibt die BGR Entwarnung. Demnach steigen injizierte Fracking-Flüssigkeiten aus dem tiefen Untergrund nicht in das Grundwasser auf, aus dem Trinkwasser gewonnen wird. Auch die künstlich erzeugten Risse im Gestein könnten die Grundwasserschichten nicht erreichen.

Das Fazit der Experten: Aus geowissenschaftlicher Sicht könne grundsätzlich der Einsatz der Fracking-Technologie kontrolliert und umweltverträglich erfolgen. „Vorausgesetzt es liegen detaillierte standortbezogene Untersuchungen über den geologischen Untergrund vor und die gesetzlichen Regelungen sowie die erforderlichen technischen Standards werden eingehalten.“ Auch eine erhöhte Erdbebengefahr durch Fracking-Maßnahmen konnten die BGR-Experten nicht feststellen. Die Erdbewegungen blieben „an der Erdoberfläche deutlich unterhalb der Spürbarkeitsgrenze“.

Mögliche Umweltrisiken in Zusammenhang mit Fracking sehen die Experten eher an der Erdoberfläche und bei den Bohrlöchern. Dem zuverlässigen Monitoring der Bohrlochintegrität und der sicheren Verwahrung von Altbohrung komme daher die größte Bedeutung zu.

Potenzial von Schiefergas

Die BGR hat in ihrer Studie auch das Potenzial der Schiefergasressourcen in Deutschland untersucht. Demnach liegen die förderbaren Mengen an Erdgas aus Schiefergesteinen zwischen 320 und 2030 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Die Menge übersteige damit deutlich Deutschlands rückläufige konventionelle Erdgasreserven von rund 90 Milliarden Kubikmeter, heißt es in der Studie. Erdgas gilt als vergleichsweise schadstoffarmer fossiler Brennstoff und wird auch in den kommenden Jahrzehnten ein wichtiger Baustein im Energiemix sein. Laut BGR könnte die Förderung inländischen Schiefergases mit der Fracking-Methode den Rückgang der konventionellen Erdgasgewinnung abfedern.

Die Bundesregierung hat bereits im April 2015 einen Fracking-Gesetzentwurf vorgelegt. Dieser sieht vor, dass kommerzielles Fracking hierzulande nur unter strengsten Auflagen möglich sein soll – wissenschaftliche Probebohrungen sollen aber erlaubt sein. Derzeit liegt der Entwurf aber aufgrund von Uneinigkeiten innerhalb der Koalition auf Eis. 

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