Kunststoffindustrie Ost

Mehr Geld nach zähen Verhandlungen

Am Dienstag, 22. Januar 2019 hat sich der Arbeitgeberverband der Kunststoffindustrie Ost mit der Tarifkommission der IG BCE in zähen Verhandlungen auf einen guten Kompromiss einigen können. Nach der ersten Verhandlungsrunde am 27.11.2018 sah es so aus, als wollen die Arbeitgeber einen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten und darin enthaltenen zweimaligen Entgelterhöhungen von jeweils 2 % sowie einer Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 70 € als abschließendes Verhandlungsangebot unterbreiteten.

IG BCE/Frank Rogner

Hinzu kam noch ein Monat als Weihnachtsgeschenk ohne Entgelterhöhung. Dies alles begründet mit einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Als hätten das Jahr 2018 nur mit wenig Arbeit und Auftragslage zurückgelegen.

Mit mehreren Betriebsversammlungen und einer Tarifaktion vor einem Mitgliedsunternehmen gaben die Beschäftigten ihren Unmut den Arbeitgebern kund. Nur mit Unterstützung der gewerkschaftlichen Vertrauensleute ist es der IG BCE gelungen, der Tarifkommission für die zweite Tarifverhandlung am 22.01.2019 Mut zu machen und den Rücken zu stärken.

Damit war der Grundstein für den Erfolg eines guten Kompromisses gelegt. Im Ergebnis wurde mit dem Tarifabschluss der Kunststoffindustrie Bayern, plus Azubi Vergütung und einen kleinen plus beim Entgelt das weitere Öffnen einer Schere zwischen den Freistaaten Bayern und Thüringen verhindert.

Unser Tarifabschluss sieht vor das zum 1. Februar 2019 die Löhne und Gehälter um 3,4 % steigen. Die Azubi Vergütungen werden zum gleichen Zeitpunkt um 70 Euro angehoben. Das Urlaubsgeld beträgt ab dem Jahr 2020 pro Urlaubstag 26 Euro (für Azubis 16 Euro) und ab dem Jahr 2021 pro Urlaubstag 34 Euro (für Azubis 22 Euro). Für die Monate Dezember 2018 und Januar 2019 werden die bislang gültigen Tabellen ohne Erhöhung wieder in Kraft gesetzt. Der Tarifvertrag für die Löhne und Gehälter hat eine Laufzeit bis zum 30. April 2020.

Jetzt ist es an der Zeit, dass sich die Kolleginnen und Kollegen, die bisher keinen Grund für eine Mitgliedschaft in der IG BCE gesehen haben, ernsthaft Gedanken darübermachen sollten, was wäre passiert, wenn nur wenige Beschäftigte als IG BCE Mitglieder ihren Unmut nicht zum Ausdruck bringen könnten? Tarifverträge fallen nicht vom Himmel, sondern sind Ergebnis von einem geschlossenen solidarischen Handeln im Interesse der Beschäftigten.

Nach oben